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Nicht jeder muss bis zum Erreichen der regulären Altersgrenze arbeiten: Langjährig und besonders langjährig Versicherte können schon früher in Rente gehen. Die besonders langjährig Versicherten müssen dann noch nicht einmal Abschläge in Kauf nehmen.

Wer hart gearbeitet und lange eingezahlt hat, der sollte sich im Alter ausruhen können. Allerdings macht der Staat große Unterschiede, wer wann und mit wie viel Abschlagstaatliche Bezüge erhält. Ältere Arbeitnehmer und langjährige Versicherte haben hier die besten Chancen.

 

Rente für besonders langjährig Versicherte (45 Beitragsjahre)

Besonders langjährig Versicherte, die 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, stellen eine Besonderheit im Rentensystem dar: Sie können schon früher abschlagsfrei in Rente gehen. Allerdings gilt auch hier, dass die Grenze wie beim Rentenalter ansteigt: Aus der Rente mit 63 wird die Rente mit 65:

  • Wer vor dem ersten Januar 1953 geboren wurde, und 45 Jahre Pflichtbeiträge bezahlt hat, konnte bereits mit 63 Jahren in Rente gehen. Und das ohne Abschläge.
  • Wer 1954 geboren wurde, musste für seine abschlagsfreie Rente 63 Jahre und vier Monate alt werden, wer 1955 geboren wurde, 63 Jahre und sechs Monate und so weiter.

Laut der von der Rentenversicherung angehobenen Altersgrenzen kann ein 1963 Geborener also im Jahr 2027 abschlagsfrei in Rente gehen. Die Jahrgänge 1964 und später müssen mindestens 65 Jahre alt werden, um in den Genuss der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte zu kommen.

 

[Rente]

Dt. Rentenversicherung

Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte kann nicht vorzeitig in Anspruch genommen werden, auch nicht mit Einbußen.

 

Zur Person

Dieter Homburgist Masterconsultant in Finance und gründete bereits im Alter von 21 Jahren sein erstes Beratungsunternehmen mit dem Schwerpunkt Altersvorsorgeplanung. Er ist Autor des Buchs „Altersvorsorge für Dummies“ (Wiley-Verlag).

 

Rente für langjährig Versicherte (35 Beitragsjahre)

Mit 35 Beitragsjahren auf der Haben-Seite können alle, die zwischen 1949 und 1963 geboren sind, stufenweise ab 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. So kann beispielsweise, wer 1960 geboren wurde, im Alter von 66 Jahren und vier Monaten abschlagsfrei als langjährig Versicherter in Rente gehen. Ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die Altersgrenze bei 67 Jahren.

Hier können Sie Ihren Rentenbeginn ausrechnen

Aber langjährig Versicherte können auch schon früher in Rente gehen – wenn sie Abschläge in Kauf nehmen. Für jeden Monat, den die Rente früher beginnt, wird die normale Rente um 0,3 Prozent gekürzt. Diese Kürzung ist dauerhaft und führt nach dem Tod des Versicherten zu einer geringeren Hinterbliebenenrente. Wer auf 14,4 Prozent verzichtet, kann sich mit 63 vorzeitig vom Arbeitsleben zurückziehen. Wer auf weniger als 35 Beitragsjahre kommt, hat diese Möglichkeit nicht.

 

Ausreichend Wartezeiten sind wichtig

Wer überhaupt in den Genuss einer staatlichen Rente kommen möchte, muss ausreichend Wartezeiten mitbringen. Dazu zählt die Zeit, in der man Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, aber auch Zeiten, in denen aus persönlichen Gründen keine Rentenversicherungsbeiträge gezahlt wurden. Dazu gehören zum Beispiel

  • Schwangerschaft
  • Arbeitslosengeld
  • Krankheit
  • Studium
  • Kindererziehung
  • Pflege
  • Wehr- oder Zivildienst

Teilweise werden auch Minijobs bei der Rente berücksichtigt. Freiwillige Beiträgesind dann anzurechnen, wenn mindestens 18 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt wurden. Das betrifft in der Regel Selbständige.

Tipp: Seinen Versicherungsverlauf kann man jederzeit bei der Rentenversicherung beantragen oder auch online einsehen. Dafür braucht man lediglich den neuen Personalausweis oder eine Signaturkarte. Bei Fragen helfen die Auskunfts- und Beratungsstellen der deutschen Rentenversicherung weiter.

 

Hinzuverdienst und Altersrente

Wer seine Regelaltersgrenze erreicht hat, kann beliebig viel im Monat dazu verdienen, die Rente wird nicht gekürzt. Die Regelaltersgrenze liegt bei vor 1947 Geborenen bei 65 Jahren. Bei nach 1946 Geborenen wurde diese schrittweise vom 65. auf das 67. Lebensjahr angehoben. Wer seine Rente schon früher bekommt, darf maximal 450 Euro hinzuverdienen. Wichtig: Damit sind Einkünfte aus Arbeitseinkommen gemeint. Mieteinnahmen, Beamtenpensionen, Betriebsrenten, Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung (Witwen- und Witwerrenten)und Zinseinkünfte führen nicht zu Abschlägen. Die Kürzungen bei der Rente gibt es im Übrigen auch nur solange, bis die eigene Regelaltersgrenze erreicht ist.

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist, einer Berufstätigkeit nachzugehen, muss Erwerbsminderungsrente beantragen. Wie hoch die Erwerbsminderungsrente ausfällt und wie sie beantragt wird

Wer hat Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente vom Staat?

Wer in Folge von einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr in der Lage ist, mehr als sechs Stunden am Tag zu arbeiten, kann eine Erwerbsminderungsrente beantragen. Vorausgesetzt, er hat mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt und war innerhalb der letzten fünf Jahre mindestens drei Jahre versichert.

Bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten gelten diese Regeln nicht. Hier reicht ein einziger Beitragsmonat, um den vollen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente zu haben. Selbständige haben nur dann Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente, wenn sie in früheren Jahren gesetzlich rentenversichert waren und während der Selbständigkeit weiter freiwillig Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt haben.

Einen Anspruch auf eine Rente wegen voller Erwerbsminderung hat, wer weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann.

Rente, Erwerbsminderungsrenten

FOCUS Online

Wie hoch ist die Rente wegen Erwerbsminderung?

Die Höhe der Rente wegen voller Erwerbsminderung wird berechnet, indem persönlichen Entgeltpunkte mit dem Rentenartfaktor und dem aktuellen Rentenwert multipliziert werden. Der Rentenartfaktor für die Rente wegen voller Erwerbsminderung beträgt 1,0. Der aktuelle Rentenwert wird jährlich unter anderem an die Entwicklung der Löhne und Gehälter angepasst. Hinzu können noch Zurechnungszeiten kommen. Das sind die Jahre bis zum frühstmöglichen regulären Rentenbeginn. Die Zurechnungszeit wird mit einem Durchschnittswert der zurückgelegten Versicherungszeiten bewertet und steigert so die Rente. Allerdings kommt es auch wieder zu Abschlägen von bis zu 10,8 Prozent, wenn die Rente vor der maßgeblichen Altersgrenze beginnt.

Die Höhe der Entgeltpunkte ergibt sich unter anderem daraus, dass das persönliche Jahreseinkommen ins Verhältnis zum Durchschnittseinkommen gesetzt wird. Wer also in einem Jahr genauso viel verdient wie der Durchschnitt, erhält einen Entgeltpunkt. Das Durchschnittseinkommen wird jedes Jahr neu berechnet.

Wer Anspruch auf eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit hat, also weniger als sechs aber mehr als drei Stunden arbeiten kann, erhält die Hälfte der Rente.

Rente, Erwerbsminderungsrenten

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Wie und wo stellt man einen Antrag auf Erwerbsunfähigkeit?

Den Antrag ist bei der Deutschen Rentenversicherung zu stellen und kann dort auch kostenlos heruntergeladenwerden. Die Deutsche Rentenversicherung prüft dann nach eigenen medizinischen Gutachten, ob und in welchem Umfang noch gearbeitet werden könnte. Tipp: Den Antrag zeitlich so stellen, dass vorab die vollen 72 Wochen Krankentagegeldanspruch ausgeschöpft sind.  Denn das Krankentagegeldfällt deutlich höher aus, als eine mögliche Erwerbsminderungsrente.

Mit dem Antrag sind sämtliche Arztunterlagen, Krankenhausberichte, eine Selbstauskunft zur Erkrankung, Informationen zu den bisherigen Berufstätigkeiten sowie Gehaltsnachweise einzureichen. Wer keine Fehler machen möchte, zieht am besten einen Fachanwalt hinzu. Alternativ bietet auch die Rentenversicherungsanstalt Beratungsstellen an.

 

Zur Person

Dieter Homburgist Masterconsultant in Finance und gründete bereits im Alter von 21 Jahren sein erstes Beratungsunternehmen mit dem Schwerpunkt Altersvorsorgeplanung. Er ist Autor des Buchs „Altersvorsorge für Dummies“ (Wiley-Verlag).

 

Darauf müssen Sie beim Ausfüllen des Antrags achten

Oft werden Anträge abgelehnt, weil der Gutachter befindet, dass noch keine Erwerbsminderung vorliegt. Sie sollten deshalb den Schwerpunkt nicht nur auf die medizinischen Diagnosen legen, sondern vielmehr betonen, welche Tätigkeiten in Ihrem Beruf Sie nicht mehr oder kaum noch ausführen können.

Legen Sie für diese Punkte am besten eine separate Aufstellung an, die Sie dem Antrag beilegen. Führen Sie auch Tätigkeiten auf, die Sie Zuhause nicht mehr erledigen können. Beispielsweise, alleine kochen, Fenster putzen, etc.

Werden Sie möglichst konkret bei der Beschreibung. Denn aus einer Diagnose wie etwa „Bluthochdruck“, die der Arzt festgestellt hat, geht noch lange nicht hervor, wie und wie viele Stunden am Tag Sie arbeitstauglich sind.

 

Was tun, wenn der Antrag abgelehnt wird?

Gut die Hälfte aller Anträge wird abgelehnt. Hier gilt es Ruhe zu bewahren und genau zu prüfen, warum der Antrag abgelehnt wurde. Innerhalb eines Monats kann Widerspruch erhoben werden. Ein entsprechender Hinweis findet sich im Bescheid in der Rechtsbehelfsbelehrung auf der letzten Seite. Spätestens jetzt sollte fachkundiger Rat von außen hinzugezogen werden. Oft legen Betroffene aus Angst vor einem Rechtsstreit keinen Widerspruch ein – und verzichten damit möglicherweise auf Ihre Rechte.

Der Einspruch ist schriftlich einzureichen, ein spezielles Formular gibt es dafür nicht. Begründen Sie den Einspruch so gut Sie können. Beim Widerspruch ist es wichtig, etwaige neuen Erkenntnisse, Beeinträchtigungen und Diagnosen beizufügen. Auch können sie darauf aufmerksam machen, wenn ein besonders wichtiger Aspekt des Antrags nicht berücksichtigt wurde. Tipp:Der Rentenversicherungsträger muss Ihnen auf Antrag Akteneinsicht gewähren. So können erfahren Sie die Gründe, die zur Entscheidung gegen die Rente geführt haben. Daraus lassen sich Argumente für den Widerspruch ableiten.

Sollte der zweite Versuch erfolglos bleiben, bleibt noch die Möglichkeit, binnen vier Wochen vor den Sozialgerichten zu klagen. Diese Klagen kosten zwar nichts, sind aber langwierig. Ein Rechtsstreit zur Erwerbsminderungsrente dauert durchschnittlich ein Jahr und länger, etwa ein Drittel der Klagen sind erfolgreich.

Ohne staatliche Hilfe müssten wir im Monat zwischen 250 und 500 Euro zurücklegen, um unseren Lebensstandard halten zu können. Wer das nicht übrig hat, sollte die staatlichen Hilfen in Anspruch nehmen. FOCUS Online erklärt, wie es geht.

Viele Sparer möchten im Alter gar nicht in Saus und Braus leben. Sie möchten ihren Lebensstandard sichern und sich dann und wann einmal etwas gönnen. Mit einem guten Vorsorge-Mix ist das auch machbar. Staatliche Zuschüsse von 30 bis 50 Prozent, die Sparer bei Riester- und Rürup-Verträgen bekommen, sind einer von mehreren Bausteinen.

 

Staatliche Töpfe sind voll wie nie

Große Teile des Fördervolumens, das die Regierung in Form von Zuschüssen oder Steuervorteilen bereithält, werden nicht genutzt. Sparer haben das Vertrauen ins Finanzsystem verloren oder wissen schlichtweg nicht, was sie tun sollen. Den Desillusionierten sei gesagt: Wir müssen Stand heute mit dem System leben, das wir haben und versuchen das Beste daraus zu machen.

 

Zur Person

Dieter Homburg ist Masterconsultant in Finance und gründete bereits im Alter von 21 Jahren sein erstes Beratungsunternehmen mit dem Schwerpunkt Altersvorsorgeplanung. Er ist Autor des Buchs „Altersvorsorge für Dummies“ (Wiley-Verlag).

 

Riester: Häufig gut für die, die weniger als 35.000 Euro im Jahr verdienen

Mit einem Riester-Sparplan sind Geringverdiener und Familien mit Kindern gut beraten. Aber auch Beamte und Gutverdiener können von den Vorteilen profitieren. Bis zu 2100 Euro an Investitionen in die eigene Vorsorge können Riester-Sparer von der Steuer absetzen. Die jährliche Grundzulage vom Staat beträgt 175 Euro pro Sparer, wenn Sie vier Prozent Ihres Bruttoeinkommens selbst zurücklegen.

Dazu kommen Zuschüsse für jedes Kind. Diese betragen 185 beziehungsweise 300 Euro, je nach Alter des Kindes, so lange es auch Kindergeld bekommt. Hinzu kommt je nach Steuersatz noch ein möglicher Steuerbonus. Tipp: Nicht Erwerbstätige müssen häufig nur 60 Euro im Jahr dazuzahlen um in den Genuss der vollen Förderung zu kommen.

Weiterer Vorteil des von Ex-Bundesminister Walter Riester initiierten Konzepts ist die Sicherheit vor dem Sozialamt. Sollten Sie einmal Hartz IV beantragen müssen, bleibt das Vorsorge-Sparbuch unangetastet. Eine gewisse Flexibilität bringen Riester-Verträge ebenfalls mit: Im Alter können sich Begünstigte bis zu 30 Prozent auf einen Schlag auszahlen lassen, das Geld für die Baufinanzierung nutzen oder alles per lebenslanger Rente beziehen.

 

Kritisiert werden Riester-Verträge für ihre Langfristigkeit

Eine erste Auszahlung gibt es aber erst mit 62 Jahren. Damit will der Staat verhindern, dass angehende Rentner alles Geld im Vorfeld verprassen. Viele Riester-Anbieter bringen jahrelange Erfahrung mit den passenden Anlagestrategien mit, sodass hier außerdem eine gewisse Sicherheit gewährleistet ist.

Kritisiert werden Riester-Verträge für ihre Langfristigkeit. Wer vorzeitig kündigt, muss Zulagen und Steuervorteile ausnahmslos zurückzahlen. Auch beim Erbrecht sind nicht alle zufrieden: Beim Tod des Vertragsnehmers profitieren nur Ehegatten oder Kinder mit Kindergeldanspruch. Alle übrigen Erben bekommen zumindest die selbst eingezahlten Beiträge nebst Zinsen ausgezahlt. Nur die Zulagen und Steuervorteile werden abgezogen.

 

Rürup: Ab 35.000 Euro Jahreseinkommen interessant

Mehrverdiener oder Paare, die gemeinsam ein Brutto-Einkommen über 70.000 Euro im Jahr haben, sollten sich über die Rürup-Rente Gedanken machen. Hier schlägt vor allem der Steuervorteil zu Buche. Wer im Rahmen des Rürup-Programms anspart, kann einen großen Teil seiner Investition von der Steuer absetzen.

Je höher der persönliche Steuersatz, desto interessanter wird das Konzept. Viele Mehrverdiener unterliegen nämlich einem Grenzsteuer-Satz von 35 Prozent und mehr. Im Alter sind die Auszahlungen zwar zu versteuern, aber dann ist der Steuersatz meist geringer.

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Das Schöne bei Rürup: Die Beiträge können flexibel gestaltet werden. Sie sind jederzeit veränderbar, es kann deutlich mehr im Jahr investiert werden und selbst Sonderzahlungen sind möglich. Anders als bei der Riester-Rente, kann man einen Rürup-Vertrag auch ohne garantierte Rente abschließen.

 

Vorteile der Rürup-Rente

Das hat den Vorteil, dass deutlich freier investiert werden kann und die Renditechancen höher ausfallen. Garantien sind übrigens längst nicht immer erstrebenswert, denn diese fallen meistens niedrig aus und sind in 20 oder 30 Jahren inflationsbedingt ohnehin nicht mehr viel wert.

Wie bei Riester sind auch Rürup-Renten vor Insolvenzverwalter und Sozialamt geschützt. Auch hier gilt: Verträge sollten nicht vorzeitig gekündigt werden und man kann sie nicht beleihen oder an entfernte Verwandte vererben. Die Auszahlung erfolgt per lebenslanger Rente.

Betriebliche Altersvorsorge sinnvoll, wenn der Chef was springen lässt

Laut aktueller Gesetzgebung sind Chefs verpflichtet ihren Angestellten eine betriebliche Altersvorsorge anzubieten. Bislang müssen sie aber nicht unbedingt etwas dazugeben. Der Mitarbeiter kann also, beispielsweise über eine Direktversicherung, etwas von seinem Bruttolohn fürs Alter ansparen.

Da die meisten Modelle mit einer garantierten Rente arbeiten, lohnt sich dieses Modell nur, wenn der Arbeitgeber mit einzahlt. Denn die Versicherungen legen Ihr Geld so sicher an, dass die Rendite zunehmend gegen Null schrumpft. So bekommen Sie am Ende ziemlich genau das, was Sie eingezahlt haben.

Unter Umständen kann sich aber die Steuerersparnis positiv auswirken. Weil Lohn- und Gehaltsempfänger für den Anteil, den sie fürs Alter zurücklegen, keine Steuer und Sozialversicherung bezahlen, kann es eine Ersparnis geben.

Natürlich wird bei der Auszahlung dann nachträglich versteuert – aber unter Umständen zu einem besseren Satz. Auch müssen gesetzlich Krankenversicherte auf die Auszahlung den vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitragssatz berappen. Gerade deshalb lohnt sich das Modell meist nur dann, wenn der Chef ordentlich was springen lässt und sich mit mindestens 20 Prozent an den Beiträgen beteiligt.

Auch diese Form der Vorsorge ist für Hartz IV-Empfänger sicher. Die Verträge können zwar nicht vorzeitig ausbezahlt, aber beitragsfrei gestellt werden. Die Auszahlung erfolgt als einmaliger Betrag oder (je nach Vertrag) in Form einer Rente.

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Gerade für Gering- und Wenigverdiener sowie Alleinerziehende ist eine private Altersvorsorge sehr wichtig. Diese Zielgruppe erwartet nur eine kleine gesetzliche Rente und ist deswegen besonders von Altersarmut bedroht. Doch der Staat hilft bei der Vorsorge.

Der Gesetzgeber hat 2018 die Vorsorge-Bedingungen insbesondere für Menschen mit unterdurchschnittlichem Einkommen verbessert. So ist es attraktiver geworden, etwas fürs Alter zu tun.

 

Riester-Förderung nutzen

Um Verbraucher zum Abschluss einer entsprechenden Vorsorge zu motivieren, unterstützt der Staat seit 2002 Vorsorgesparer, die einen Vertrag für eine Riester-Rente abschließen, mit Zulagen und Steuervorteilen. Bereits ein kleiner, monatlicher Beitrag kann ein finanzielles Polster für den Ruhestand schaffen. Seit diesem Jahr ist die staatliche Grundzulage für Erwachsene von 154 auf 175 Euro pro Jahr angehoben worden. Für jüngere Kinder gibt es weiterhin 300 Euro, wenn sie ab 2008 geboren worden sind, für ältere Kinder immerhin 185 Euro im Jahr. Wer beim Abschluss eines Vertrages noch keine 25 Jahre alt ist, erhält einmalig 200 Euro.

Um die volle Förderung zu erhalten, müssen Versicherte mindestens vier Prozent ihres Bruttoeinkommens in den Riestervertrag einzahlen. Unabhängig davon darf der eingezahlte Betrag 60 Euro im Jahr nicht unterschreiten.

 

Zur Person

Dieter Homburg ist Masterconsultant in Finance und gründete bereits im Alter von 21 Jahren sein erstes Beratungsunternehmen mit dem Schwerpunkt Altersvorsorgeplanung. Er ist Autor des Buchs „Altersvorsorge für Dummies“ (Wiley-Verlag).

 

60 Euro einzahlen, 775 vom Staat dazu bekommen

Ein Beispiel: Eine Alleinerziehende mit zwei nach 2008 geborenen Kindern arbeitet Vollzeit und verdient 20.000 Euro im Jahr. Um die Vier-Prozent-Mindestgrenze zu erfüllen, muss die Frau jährlich 800 Euro in ihren Riestervertrag einzahlen. Sie selbst zahlt davon aber nur die Mindesteinlage von 60 Euro, den Rest bekommt sie vom Staat dazu: pro Jahr 175 Euro und für jedes Kind weitere 300 Euro. Bei 2 Kindern und einem Erwachsenen also 775 Euro an Förderung pro Jahr.

Auf 10 Jahre hochgerechnet zahlt die Versicherte aus dem Beispiel somit 600 Euro aus eigener Tasche und bekommt 7750 Euro an staatlichen Zulagen obendrauf gepackt.

 

Trotz Abgaben vom Angesparten im Alter profitieren

Zu Rentenbeginn können sich Versicherungsnehmer bis zu 30 Prozent des aufgebauten Riester-Polstersauf einen Schlag auszahlen lassen. Der Rest erfolgt als lebenslange monatliche Rentenauszahlung. Seit diesem Jahr ist neu geregelt, dass über den Arbeitgeber abgeschlossene Riester-Verträge in der Auszahlungsphase in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung beitragsfrei bleiben.

Zahlungen aus der Riester-Rente müssen außerdem versteuert werden. Als Ausgleich fallen in der Ansparphase keine Steuern an. Wie viel Geld an den Staat fließt, hängt vom persönlichen Steuersatz ab. Da das Gesamteinkommen im Rentenalter oft kleiner ausfällt, als zu den Zeiten als Arbeitnehmer, profitieren die meisten von einem niedrigeren Steuersatz.

Vor Abschluss eines Vertrages sollten Interessierte unbedingt auf die Kosten sowie die bisherigen Ergebnisse der Anlage achten. Geringe Vertragskosten und gute Renditen verbessern das Ergebnis deutlich. Riester-Fondssparpläne sind bei Restlaufzeiten von 15 Jahren und mehr empfehlenswert.

 

Wie Ihnen künftig der Chef bei der Altersvorsorge helfen muss (Video)

FOCUS OnlineWie Ihnen künftig der Chef bei der Altersvorsorge helfen muss

Neu: Rente wird nicht komplett auf die Grundsicherung angerechnet

Bisher war für viele Geringverdiener ein Argument gegen die Riester-Rente: „Mir bleibt ja davon sowieso nichts übrig, weil der Staat mir wieder alles wegnimmt.“ Das traf auf Geringverdiener zu, die im Alter auf die sogenannte Grundsicherung angewiesen sind. Die Grundsicherung bezeichnet einen Mindestbetrag, den jeder Deutsche im Monat zur Verfügung haben sollte. Das sind derzeit 809 Euro inklusive Wohngeld. Wer weniger hat, kann einen Zuschuss beim Amt beantragen.

Bisher lohnte sich Riestern für Menschen mit kleinem Einkommen tatsächlich kaum, weil die Riester-Rente auf die Grundsicherung angerechnet wurde. Zukünftig bleiben 100 Euro Zusatzrente aus Riester, betrieblicher Altersvorsorge oder Rürup außen vor und werden nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Wer mehr als 100 Euro Privatrente erhält, kann 30 Prozent des Betrages, der 100 Euro übersteigt, behalten. Das geht bis zurzeit maximal 208 Euro im Monat. In der Praxis fallen die Riester-Renten aufgrund der niedrigen Einzahlungen meist nicht höher aus.

 

Arbeitgeber können unterstützen

Auch das ist neu: Der Arbeitgeber kann Mitarbeitern, die bis zu 2200 Euro im Monat verdienen, bis zu 480 Euro pro Jahr in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Dafür bekommt der Chef 30 Prozent seiner Investition direkt vom Staat zurück. Den Rest kann er noch als Betriebsausgabe ansetzen. Wer bisher noch nicht von einer betrieblichen Altersvorsorge profitiert, kann seit 2018 vom Arbeitgeber verlangen, dass dieser ihn über individuelle Möglichkeiten informiert.

 

Tipp: Eine Haftpflichtversicherung schützt das Angesparte

Damit auf dem Weg zur Altersvorsorge nicht ein persönliches Risiko das mühsam Angesparte auffrisst, sollte jeder Haushalt einen Haftpflichtversicherungsschutz haben. Leider ist das gerade bei Gering- und Wenigverdienern häufig nicht der Fall. Etwa 35 bis 40 Prozent der Haushalte mit geringem Einkommen stehen ohne den wichtigen Haftpflichtschutz da. Das kann sehr teuer werden, wenn es zum Schadensfall kommt. Die private Haftpflichtversicherung übernimmt Schäden, die eine Person einer anderen Person außerhalb der Familie zufügt.

Für 50 bis 75 Euro im Jahr lässt sich eine gute Police vereinbaren. Nur ein Familienmitglied, also Vater oder Mutter, benötigt eine Haftpflichtversicherung. Die anderen Familienmitglieder sind automatisch inbegriffen. Unverheiratete Kinder sind bis zur Volljährigkeit und Erstausbildung über die Eltern versichert.

Fazit: Für Gering- und Wenigverdiener kann die Gesetzesverbesserung der Startschuss zum Abschluss einer Altersvorsorge sein. Wer die staatlichen Töpfe ausschöpft, bleibt meist von Altersarmut verschont. Die perfekte Riester-Rente gibt es nicht von der Stange. Eine individuelle Beratung zu der Rentenversicherung mit staatlicher Unterstützung ist daher empfehlenswert.

 

Angst vor Altersarmut: Hier sehen Sie, wie viel andere für die Rente beiseite legen (Video)

FOCUS Online/Wochit Angst vor Altersarmut: Hier sehen Sie, wie viel andere für die Rente beiseite legen

Desillusionierung, Teilzeit und Scheidung mindern die Rente

Heiraten ist keine Altersvorsorge. Dennoch scheinen sich viele Pflegekräfte auf den Partner zu verlassen, wenn es um die finanzielle Zukunft geht. Kinder alleine erziehen, Teilzeitjobs und teure Scheidungen mindern die Rente zusätzlich. Tipps für Pflegende, wie das Geld im Alter trotzdem reicht.

Tipp 1: Lass andere mitzahlen

Vom Riester-Vertrag über die Rürup-Rente zur betrieblichen Altersvorsorge. Es gibt zum einen staatliche Töpfe, die kaum ausgeschöpft werden. Außerdem zahlt bei der bAV häufig der Arbeitgeber noch etwas zu den eigenen Rücklagen dazu. Welches Produkt hier das Richtige ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Für Teilzeit-Arbeitende sieht es anders aus als für Menschen mit 40-Stunden-Woche und für Singles anders als für eine Familie mit Kindern. Versicherungen möchten natürlich möglichst ihre Produkte verkaufen, daher hilft ein Beratungstermin, bei einer unabhängigen Stelle, rät Finanzexperte Dieter Homburg. Der Autor des Buchs „Altersvorsorge für Dummies“ weiß, dass es auch Berater gibt, die speziell Frauen oder Teilzeitkräfte beraten.

 

Tipp 2: Bau deine Schulden ab

Es kommt die Zeit oder sie ist schon da, da müssen Kredite aufgenommen werden. Für das eigene Häuschen, das Startup oder sonstige Freuden des Lebens. Wer seine Schuldenabbaut, dem bleibt mehr Geld, das in die Altersvorsorge wandern kann. Andererseits ist ein abbezahltes Eigenheim, in dem man auch im Alter solange wie möglich wohnen bleibt, eine gute Variante um die Rente nicht für Mietausgaben verwenden zu müssen.

 

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Tipp 3: Vermeide Ausfälle

Arbeitsunfähigkeit ist bei Pflegekräften besonders häufig anzutreffen. Viele Beschäftigte in der Pflege werden sogar frühverrentet und beziehen Erwerbsminderungsrente, die deutlich niedriger ausfallen kann, als die reguläre Altersrente. Forscher des Instituts Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule haben herausgefunden, dass es neben Muskel-Skelett-Erkrankungen die Desillusionierung ist, die Pflegekräfte krank macht. Wer gute Pflege machen möchte, aber aus strukturellen oder gesundheitlichen Gründen nicht kann, fällt häufiger aus als andere.

Wenn Kinder da sind, ist es immer noch meist die Frau die sich um die Betreuung kümmert. Außerdem sind Frauen oft in Branchen tätig, in denen weniger bezahlt wird. Auch die Gender Pay Gap ist ein Grund, warum Frauen im Alter häufiger arm sind, als Männer. Doch aufgepasst: Auch während der Kindererziehungszeit solltet ihr die Altersvorsorge nicht vernachlässigen. Denn Ausfälle führen zu massiven Kürzungen der Rente. Lange Laufzeiten ohne Unterbrechungen sind das Wichtigste bei der Einzahlung in die Altersvorsorge. „Je länger Sie zögern, sich mit der Rente zu beschäftigen, desto weniger bekommen Sie im Alter“, so der Autor.

Auch Ausbildungs- und Qualifizierungszeiten, in denen man oft weniger verdient, schlagen sich im Alter nieder. Hier und in allen anderen „Ausfall-Zeiten“ ist die private Vorsorge also umso wichtiger.

 

Tipp 4: Bindet eure Familie mit ein

Ist die Elternzeit vorbei, nehmen Frauen oftmals Teilzeit- oder Mini-Jobs an. Mit diesen Löhnen wird es schwer, Geld in die private Altersvorsorge zu stecken. Hier kann ein Familienrat helfen. Eventuell ist der Partner bereit, sein Pensum zurückschrauben und so zu mehr Prozenten zu verhelfen. Falls das nicht geht, sollte zumindest mehr Geld aus der Familienkasse in die private Rente der Frau fließen. Dabei können auch Einmalzahlungen nützen. Staatliche Förderung gibt es für Familien. In den ersten drei Jahren nach der Geburt des Kindes gibt es beim Riester-Vertrag besonders attraktive Konditionen. Und auch danach bezahlt die Regierung für jedes Kind bares Geld aufsRentenkonto.

 

Tipp 5: Sei und bleib unabhängig

So hart es auch klingt. Das perfekteste Leben kann sich ändern und dann steht man als Pflegekraft alleine da. Bei einer Scheidung ist der Partner nicht automatisch verpflichtet Unterhalt zu zahlen. Umso wichtiger die Vorsorge: Wer im Alter von 20 Jahren beginnt, muss nur 85 Euro im Monat zurücklegen, um mit 67 Jahren eine Rente von 500 Euro zu bekommen. „Gerade junge Menschen können bevor der Nachwuchs da ist besonders viel zurücklegen“, sagt Dieter Homburg. Wer mit 30 beginnt, braucht schon 135 Euro im Monat und so weiter. Frauen, die bislang kaum gearbeitet oder gespart haben, sollten die fünf Mindest-Beitragsjahre für den Rentenanspruch notfalls nachträglich auffüllen.

Die etwas andere Geldanlage – Wo es in der Niedrigzinsphase noch Rendite gibt

Wer in Zeiten niedriger Zinsen noch etwas aus seinem Geld machen möchte, muss erfinderisch sein. Das Internet bietet viele Möglichkeiten, Rendite zu erwirtschaften außerdem ist nachhaltiges investieren gefragter denn je. Kapilendo-Geschäftsführer Christopher Grätz und Finanzberater Dieter Homburg stellen moderne Investments vor.

Geld vermehren im World Wide Web

Investieren in die deutsche Wirtschaft war bisher nur Großinvestoren oder Banken vorbehalten. Inzwischen können auch Privatanleger Unternehmern Geld leihen. Bereits ab 100 Euro ist ein Investment möglich. Zu durchschnittlich fünf Prozent festen Zinsen – so versprechen es Finanzdienstleister, die sich auf Schwarmfinanzierungen spezialisiert haben. Beispielsweise hat die Zahnärztegruppe Dr. Hansen auf dem Online-Kreditmarktplatz Kapilendo 765.100 Euro von privaten Investoren eingesammelt. „Mit dem Geld konnten wir weiter expandieren und Praxen in Berlin und München eröffnen“, sagt Gründer und Geschäftsführer Dr. Robert Hansen. Über Plattformen wie Kapilendo, Unternehmerich oder Funding Circle können private Anleger kleinen und mittelständischen Unternehmen Geld leihen. Dabei muss die gesamte Summe nicht ein Einzelner aufbringen, der Betrag kommt über viele Investoren zusammen – die Crowd. Ist ein Projekt finanziert, zahlen die Geldnehmer den Kredit innerhalb eines vorab definierten Zeitraums zurück, inklusive Zinsen. Warum immer mehr Firmeninhaber diese neue Form der Finanzierung nutzen, statt einen Bankkredit aufzunehmen, erklärt Kapilendo-Geschäftsführer Christopher Grätz: „Die Unternehmer wollen schnell und unbürokratisch an Geld kommen. Bei klassischen Banken dauern Anträge im Schnitt vier bis sechs Monate. Wir bearbeiten Anträge innerhalb weniger Tage.“ Das Wagnis für Investoren bewerten die Online-Plattformen anhand von Risikoklassen. Ein geringerer Zins geht mit einer geringeren Ausfallgefahr einher und umgekehrt.

Finanzberater Dieter Homburg und Kapilendo-Geschäftsführer Christopher Grätz.

 

Immer im Doppelpack: Risiko und Rendite

„An der Börse gilt: Je mehr Sie verdienen möchten, umso größere Risiken müssen Sie eingehen“, sagt Finanzberater Dieter Homburg. Der Autor des Buchs „Altersvorsorge für Dummies“ rät als Gegenpol zu risikoreichen Anlagen und als Ergänzung des eigenen Portfolios zu Edelmetallen. Gold, Palladium, Platin und Silber sind seit Jahrtausenden als Zahlungsmittel angesehen und haben jede Finanzkrise sowie Währungsreform überlebt. Bis zu einem Fünftel des Anlagenvolumens kann durch die Rohstoffe abgesichert werden. „Diese ganz eigene Anlageklasse kann in Hinblick auf die Sicherheit, aber auch auf Spekulationssicht interessant sein“, so der Berater mit dem Abschluss Masterconsultant in Finance.

Wer sein Vermögen in Gold oder Silber anlegt, profitiert nicht nur von Stabilität und steigenden Werten. Gewinne aus Edelmetall-Anlagen sind außerdem nach einem Jahr von der Abgeltungssteuer befreit. Das gilt auch für die Rohstoffe, die als Wertpapier gehandelt werden, sofern sie über einen Auslieferungsanspruch an physisch hinterlegtes Gold verfügen.

Auf der anderen Seite steigen die edlen Metalle zwar im Wert, weil die Nachfrage nach ihnen steigt und kaum mehr gefördert werden kann, aber es gibt keine Gewinnausschüttung in Form von Zinsen.

Rendite mit Karma

Wer mit seinem Geld nicht nur Rendite erzielen, sondern gleichzeitig etwas Gutes tun möchte, setzt auf „Impact Investing“. Auf Deutsch: wirkungsorientiertes Investieren. Das sind Geldanlagen, die auf nachhaltige Projekte setzen. Bildung, Gesundheit oder Umwelt stehen im Fokus. Bezahlbare Wohnungen in europäischen Ballungszentren und Job-Initiativen in verlassenen Kohlestädten der USA gehören genauso dazu, wie die neunmonatige Ausbildung blinder Frauen zur „Brustkrebs-Früherkennerin“ bei Discovering Hands. Dieses Projekt ist für Angela Lawaldt ein vorbildliches Sozialunternehmen. „Es ist faszinierend was Menschen leisten können“, ist die 42-Jährige erstaunt. Die Psychologin arbeitet bei BonVenture, einem Social Venture Fonds mit Sitz in München und betreut dort Gesundheits- und Bildungs-Projekte. In den USA boomt diese Investmentform bereits seit Jahren. Laut Global Impact Investing Network (GIIN), liegt die Summe des weltweit so investierten Gelds bei mehr als 144 Milliarden Dollar. Im Vergleich zu üblichen Finanzinvestitionen sind das Krümel. Deren Gesamtbetrag ist nach Schätzungen 500 Mal so groß (rund 75 Billionen Dollar). Jedoch liege die Steigerungsrate bei 47 Prozent per anno. Seit 2013 sogar bei plus 1300 Prozent.

 

Immobilien ja oder nein?

Wer im eigenen Haus oder Wohnung lebt, spart meistens nichts. Das Eigenheim taugt auch nicht als Altersvorsorge, denn die Werterhaltung der Immobilie kostet den Besitzer so viel, dass er sie auch gleich mieten könnte. Merten Larisch von der Verbraucherzentrale Bayern zieht zu diesem Thema eine Statistik aus dem Ärmel. Nach dieser haben Immobilienbesitzer in Deutschland in den letzten 40 Jahren gegenüber Mietern im Durchschnitt weder etwas gespart noch etwas draufgezahlt. „Beide Wohnformen sind finanziell etwa gleichauf“, fasst der Projektleiter Altersvorsorge- und Geldanlageberatung der VZ zusammen. Experten sind sich darin einig, dass sich Wohneigentum rein finanziell gesehen nur dann lohnt, wenn der Besitzer nicht selbst darin wohnt. „Eine gut vermietete kleinere Wohnung in einem Ballungsgebiet kann dem Besitzer hingegen mehr als vier Prozent Rendite bringen.“ So könnte die Drei-Zimmer-Wohnung in Schwabing zur Goldgrube werden, wenn man sie einmal zu einem vernünftigen Preis gekauft habe. Zusätzlich können Kosten, die im Zusammenhang mit dem vermieteten Objekt entstehen, steuerlich geltend gemacht werden.

Als eine gewinnbringende Möglichkeit, vom boomenden Immobilienmarkt zu profitieren, sieht Larisch Immobilienfonds. „Hier wird das Risiko auf mehrere hunderttausend Objekte verteilt. Wenn also in einer einzelnen Wohnung etwas passiert oder es einmal keinen Mieter gibt, dann fällt der Ertragsausfall kaum ins Gewicht.“ Außerdem können Anleger hier mit kleineren Beträgen ab 1000 Euro Anteile zeichnen und müssten nicht gleich mit 100.000 ins Risiko gehen.

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